Das seit einigen Jahrzehnten in Deutschland beliebte Schwitzbad gilt als Vorläufer der modernen Sauna, und ist ein 5.000 Jahre altes Kulturgut.
Von dieser frühen Schwitzkultur fand man Zeugnisse bei den Azteken, den nordamerikanischen Ureinwohnern, den Griechen, den Römern und verschiedenen asiatischen Völkern.
Die Saunagewohnheit wurde in Europa von den Finnen eingeführt; einst als hygienisches und rituelles Mittel sehr wertgeschätzt, wird das Schwitzbad / die Sauna vor allem wegen des positiven Einflusses auf Gesundheit und Wohlbefinden angewandt. Viele Kurbäder haben – um dem allgemeinen Wunsch nach Wellness zu entsprechen – auch Saunen eingerichtet. So wird das Saunieren auch in Kombination mit anderen Wasseranwendungen verordnet, wie zum Beispiel Kneipp’schen Anwendungen (Kneipp-Kur) wie dem Wassertreten oder Güssen.
Auch wer abnehmen will, bindet gern einen Sauna-Besuch in sein Programm ein – neben Bewegung und einer Ernährungsumstellung hilft das Schwitzen in der Sauna der Haut, sich zu regenerieren und zu straffen.
Der Name Sauna entstammt dem Finnischen und bezeichnet im ursprünglichen Sinne eine Schnee- oder Erdgrube, in die eine Badestube eingebaut wurde.
Unterschieden wird zwischen der Trockensauna, welche oft auch Sahara-Sauna genannt wird, bei ca. 80 – 100°C, und dem Dampfbad, welches eine niedrigere Temperatur (meist zwischen 40 und 50°C).
Während in ersterer „nur“ mit dem Saunaofen geheizt wird – abgesehen von einem gelegentlichen Aufguss, um durch die Luftfeuchtigkeit die gefühlte Temperatur zu erhöhen – im Dampfbad ist die Luftfeuchtigkeit durchgehend hoch und kann bis zu annähernd 100 % liegen.
Beispiele für Dampfbäder sind das römische (Caldarium), das russische (Banja) oder das türkische (Hamam) Dampfbad.
Regionale Unterschiede
Der Besuch einer Sauna läuft je nach Kulturkreis unbekleidet, mit einem Handtuch oder Badebekleidung ab. Letztere Form wird auch als Textilsauna bezeichnet.
Während in Finnland oft gänzlich unbekleidet – oder auf Einmalunterlagen - sauniert wird – ein feuchtes, warmes Handtuch wird als unhygienisch angesehen, Textilsaunen sind in den USA und Asien eher verbreitet. Im Europäischen Raum wird es oft so gehandhabt, dass man unbekleidet auf einem mitgebrachten Handtuch sitzt, welches den Schweiß aufsaugt, oder man wickelt ein Handtuch um den Körper, um einerseits nicht auf die Holzbank zu schwitzen, und andererseits den Körper vor Blicken abzuschirmen.
medizinische Wirkung
Das Schwitzbad in der Sauna soll vor allem der Abhärtung gegen Erkältungskrankheiten dienen, es wird aber auch als therapeutische Maßnahme bei Erkrankungen des vegetativen Nervensystems angewandt.
Durch die Erhöhung der Körpertemperatur auf etwa 39°C – man spricht auch von einem künstlichen Fieber – werden Krankheitserreger im Körper abgetötet.
Eine teils gewünschte, teils unerwünschte Nebenwirkung ist auch eine temporäre Unfruchtbarkeit des Mannes, da auch Spermien abgetötet und danach erst wieder neu produziert werden müssen.
Ebenso verlangsamt das Saunabaden die Hautalterung, die Muskulatur wird entspannt, Kreislauf, Immunsystem, Stoffwechsel und Atmung werden angeregt; auf das subjektive Wohlbefinden hat das Saunabaden eine wohltuende Auswirkung.
Durch den Wechsel von Schwitzen und Abkühlen sowie häufigen Wasseranwendungen wird zudem eine äußerst schonende Körperreinigung erreicht. Ein finnisches Sprichwort sagt so zum Beispiel „Die Frauen sind am schönsten nach der Sauna.“
Wichtig: Wer unter Entzündungen, Herz-Kreislauferkrankungen, Venenthrombosen, Krampfaderleiden oder akuten Infektionskrankheiten leidet, sollte den Besuch einer Sauna meiden bzw. den Arzt vorher befragen.