In der Balneotherapie stellt das Moorbad in sofern eine Besonderheit dar, als dass es trotz seiner Temperatur von rund 38°C als neutral empfunden wird, so dass eine leichte Überwärmung, sozusagen ein künstliches Fieber, erzielt werden kann. Für das Moorbad wird zerkleinerter und gesiebter Torf aus dem Moor in Wasser oder Mineralwasser aufgeschwemmt. Die Bäder wirken schmerzstillend und fördern die Durchblutung, wirken sich jedoch gleichzeitig auch belastend auf den Kreislauf aus. Aus diesem Grund dürfen sie nur unter der Aufsicht eines Arztes durchgeführt werden.
Vermutlich gehen die guten Heilungserfolge bei Frauenleiden auf die im Moor enthaltenen Pflanzenhormone zurück.
Moor als Heilmittel bei verschiedenen Erkrankungen empfahl schon Paracelsus.
Dass in der Neuzeit die ersten deutschen Moorbäder eingerichtet wurden, wird den Soldaten Napoleons zugeschrieben – diese hatten sie in Ägypten kennen gelernt. Nach der Völkerschlacht bei Leipzig ließ der Bruder Napoleons, Jérôme Bonaparte, in Bad Nenndorf für seine Truppen das erste Kurbad mit Mooranwendungen bauen. In Bad Pyrmont soll es jedoch schon 1802 ein Moorbad gegeben haben.
Im 19. Jahrhundert entstanden – unter Anderem in Marienbad (1813), Franzensbad (1827) und Karlsbad (1836) – Moorbäder in vielen europäischen Kurorten.