Unter der Gusstherapie versteht man die Behandlungsmethoden der Hydrotherapie, die sich einen Temperaturreiz von Wasser zunutze machen. Sie dienen dazu, den Wärmehaushalt des Körpers wieder in ein Gleichgewicht zu bringen, indem sie das vegetative Nervensystem ansprechen.
Als Leitsatz wird angesehen: „So viel Wärme wie nötig, so viel Kälte wie möglich.“
Die Gusstherapie wird nach drei Kriterien unterschieden:
1. nach Art der Durchführung
2. nach der behandelten Körperregion und
3. nach der Temperatur des Wassers.
Durchgeführt werden Güsse entweder als Druck- bzw. Blitzstrahlgüsse oder als Flachgüsse. Letztere sind es, die von Sebastian Kneipp bevorzugt wurden, und seitdem in der Kneipptherapie Anwendung finden.
Druckstrahlgüsse werden mit mittlerem oder starkem Druck auf den Körper gerichtet und sollen die Durchblutung fördern, Flachgüsse werden nur mit geringem Druck ausgeführt.
Je nach behandelter Körperregion spricht man von Schenkel-, Arm-, Ober-, Voll-, Rücken- oder Nackengüssen.
Die Gusstemperatur wird in folgende Kategorien eingeteilt:
- kalte Güsse haben in der Regel eine Temperatur von bis zu 18° C,
- warme Güsse von 18° C bis 22° C,
- heiße Güsse sind zwischen 36° C und 43° C.
Daneben gibt es noch wechselwarme und ansteigende Güsse:
Bei wechselwarmen Güssen beträgt die Temperatur zunächst 36 -38°C, und wird danach zügig auf 18° C abgesenkt. Ansteigende Güsse beginnen bei ca. 30° C und werden langsam bis zu einer Temperatur von 43° C gesteigert.