Schon in der Steinzeit fanden zu kultischen Zwecken Bäder statt, im antiken Griechenland gelangten Badeanwendungen durch die hippokratische Medizin zu einer Blütezeit. Über das Leben des etwa 460 v. Chr. auf Kos geborenen Arztes Hippokrates ist wenig bekannt. Hippokrates gilt als Begründer der Medizin als Erfahrungswissenschaft – obwohl nicht sicher ist, ob die ihm zugeordneten Schriften auch wirklich von ihm geschrieben wurden.
Über seine Anhänger, die sog. Hippokratiker ist weit mehr bekannt als über ihn selbst. Sie sahen Gesundheit und Krankheit ais ein Gleichgewicht bzw. Ungleichgewicht von Körpersäften, welche durch Umwelt, Ernährung und Lebensweise beeinflusst werden.
Die hippokratische Medizin nahm ausdrücklich Abstand von kultischen Waschungen, ihr Hauptaugenmerk lag auf der Prophylaxe und Therapie. Schwerpunkt war hier die Reiztherapie (vgl. Hydrotherapie), eine genaue Untersuchung der Wirkung natürlichen Mineralwassers (vgl. Balneotherapie) ist jedoch ebenfalls in den hippokratischen Schriften festgehalten.
In der römischen Zeit wurde – dank Errichtung großer Thermalbadehäuser – das Baden zu einer beliebten Freizeitbeschäftigung der Bürger. Einerseits diente das Baden der Körperpflege und Heilung, andererseits aber auch dem Vergnügen und sportlichen Wettkämpfen; außerdem wurden in den Thermen auch Massagen, Frottierungen und Parfümierungen angeboten.
Zeitweise war das Badewesen in Rom so stark ausgeprägt, dass die verschiedenen kaiserlichen Thermen sowie zahllose öffentliche Badehäuser über elf Aquädukte und über tausend Brunnen versorgt werden mussten.
Nach dem Untergang des römischen Reiches, welches auch die hoch angesehene Badekultur mit sich riss, entdeckten in der Renaissance Humanisten wie Paracelsus wieder, entwickelten diese weiter und ließen auch das Badewesen wieder aufleben.
So erschienen im 16. Jahrhundert viele – in lateinischer Sprache verfasste – Badeschriften, deren praktische Anweisungen jedoch stets auch in deutscher Sprache beinhaltet waren. Bäder wurden wieder beliebt, und nachdem die großen Seuchen wie Lepra und Pest ausbrachen, erfreuten sich auch sog. „Wildbäder“ wachsender Beliebtheit, Bäder in natürlichen Quellen mit einer Temperatur über 20°C.
So entstand aus dem römischen Reinigungs- und Vergnügungsbad das Heilbad: die Heilwirkungen verschiedener Mineralquellen wurden erläutert, die Quellen den jeweiligen zu heilenden Krankheiten zugeordnet.
In der Folgezeit kommt es nicht nur zur Entstehung von Badehäusern; es entwickeln sich auch das Kurwesen und so genannte Bäderfahrten, luxuriösen Badeorte für den Adel bzw. das gehobenen Bürgertum breiten sich aus.
Mit wachsenden naturwissenschaftlichen Kenntnissen weicht die zunächst spekulative Behandlung des Patienten dem Versuch einer sorgfältigen chemischen und physikalischen Analyse der Quelle und deren Wirkungsweise.
Heute müssen die chemischen und physikalischen Eigenschaften einer Heilquelle durch Analysen nachgewiesen und durch Kontrolluntersuchungen laufend überprüft werden. Darüber hinaus ist hinsichtlich ihrer lindernden, heilenden und prophylaktischen Eigenschaften ein wissenschaftliches Gutachten eines Balneologen oder eines unabhängigen balneologischen Institutes einzuholen. Dabei müssen die festgelegten Voraussetzungen bezüglich der Inhaltsstoffe streng erfüllt werden.
Es gibt in Deutschland zwischen Nord- und Ostseeküste und dem Alpenrand viele Kurorte, die ein breites Angebot an Wasser-Anwendungen für die stressgeplagten Menschen bieten.