Im Jahresdurchschnitt (1976 - 1985) fielen auf ihr Gebiet 215 km³ Niederschläge. Dazu kommt der Zufluss von 87 km³ aus den Flüssen der höher liegenden Nachbarländer Schweiz, Österreich und der DDR. Diesen Wassereinnahmen von 302 km³ stehen Wasserverluste durch Verdunstung (127 km³), Abfluss in Nord- und Ostsee (48 km³), Abfluss in Nachbarstaaten (125 km³) und unterirdischer Abfluss (1 km³) gegenüber. Nur 2 km³ der in der BRD eintreffenden Wassermenge tagen zur Neubildung von Grundwasser bei. 1 Die Wasserausgaben entsprechen also recht genau den Wassereinnahmen. Mit einem Wasserdurchfluss von 302 km³ im Jahr ist das Wasser bei uns keine Mangelware. Jedoch ist der Vorrat an » sauberem Rohwasser, das direkt als Trinkwasser verwendet werden kann, beschränkt. Das Wasser der Flüsse (beispielsweise des Rheins) kommt bereits mit einer Vielzahl von Schadstoffen belastet in der BRD an. Bei der Nutzung durch Groß- und Kleinbetriebe und durch Haushaltsabwässer erhöht sich die Belastung weiter. Als Trinkwasser ist dieses Wasser nur noch nach einer aufwendigen und kostenintensiven Aufbereitung zu verwerten. Die großen Grundwasservorkommen sind ebenfalls durch Schadstoffe aus der Landwirtschaft wie Pestizide und Nitrat oder aus Altlasten gefährdet. Eine große Ansammlung von Haushalten und Industriebetrieben in den Ballungsgebieten führt zum Teil schon heute zu Engpässen in der lokalen Wasserversorgung. Diese Löcher versucht man mit Hilfe von Fernversorgung aus entlegeneren Gebieten zu stopfen. Das Problem der Wasserversorgung in unserem Land ist also nicht die Quantität, sondern die Qualität des Wassers, das zur Verfügung steht. In der Bundesrepublik werden jährlich 42 Mrd. m³ Wasser gefördert. 23 Mrd. m³, in der Regel Oberflächenwasser, nutzen die Kraftwerke als Kühlwasser, 11 Mrd. m³ benutzen Bergbau und verarbeitendes Gewerbe und 3,6 Mrd. m³ werden zu Trinkwasser aufbereitet.