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Eisen, das zweithäufigste Element, ist in der Erdkruste in Form schwerlöslicher Oxide und Sulfide weit verbreitet uns als essentielles Spurenelement seit langem bekannt.

Eisen hat nicht nur eine zentrale Bedeutung als Baustein des roten Blutfarbstoffs Hämoglobin, es ist auch im Muskelfarbstoff Myoglobin und in vielen wichtigen Enzymen enthalten.

Die große Schwankungsbreite der zur Deckung des Bedarfs erforderlichen Eisen-Zufuhr in Höhe von 5 - 28 mg/Tag geht auf die unterschiedliche Resorbierbarkeit des Eisens zurück, die von der Bindungsform des Eisens und der Gesamtzusammensetzung der Nahrung abhängt. Höchstens 20% der aufgenommenen Eisenmenge ist auch tatsächlich biologisch wirksam, der Rest wird über den Darm ausgeschieden. Vitamin C begünstigt die Resorption, da das Eisen in eine Form überführt wird (3wertiger Zustand), in der es besser vom Organismus aufgenommen werden kann. Einen besonders hohen Bedarf an Eisen haben Kinder, Frauen bis zur Menopause, Schwangere, Stillende und - was nicht übersehen werden sollte - Ausdauersportler. Eisenmangel ist eine relativ häufige Folge einseitiger Ernährung; er verursacht sog. „Blutarmut“, die sich u. a. in Müdigkeit, Abgespanntheit und Konzentrationsschwäche äußert.

Eisen im Trinkwasser

Eisen ist in zahlreichen Wässern enthalten. Im Oberflächengewässer handelt es sich dabei häufig um sehr geringe Mengen, im Grundwasser ist bei Sauerstoffabwesenheit oder in Verbindung mit Huminstoffen eine höhere Konzentration von Eisen möglich. Eisen kann, neben diesen natürlichen Vorkommen, auch durch Korrosionsvorgänge in Versorgungsanlagen oder als Folge von Aufbereitungsvorgängen ins Wasser geraten.

Der Eisengehalt des Trinkwassers liegt weit unter der als für den Menschen schädlich angesehenen Grenze von 200 mg/l. Trotzdem treten bei den Mengen die vorkommen unangenehme Auswirkungen auf. Wenn Eisen mit Luft-Sauerstoff in Berührung kommt, flockt es aus. Der rostfarbene Niederschlag verursacht Färbungen und Trübungen des Wassers und kann, wenn es sich ablagert, zu Verengungen in Rohrleitungen führen, welche häufig durch Eisenbakterien noch verstärkt werden. Auch die als Rostflecken bekannten Verfärbungen der Wäsche sind auf diese Eisenfällung zurückzuführen. Eisengehalte über 0,2 bis 0,3 mg/l fallen als unangenehmer metallischer Geschmack auf. Obwohl Eisen als essentielles Spurenelement im Trinkwasser erwünscht ist, wird es aus oben benannten Gründen bereits in kleinen Mengen als Störstoff betrachtet, so dass eine Enteisenung erforderlich sein kann. Die WHO-Richtlinien empfehlen aus ästhetischen Gründen einen Eisenhöchstwert von 0,3 mg/l im Trinkwasser. Die Trinkwasserverordnung setzt den Grenzwert in Anlehnung an den Höchstwert der EG-Trinkwasserrichtlinie auf 0,2 mg/l fest, die EG-Richtzahl liegt dagegen nur bei 0,05 mg/l. Dieser Wert ist ohne Zweifel eine "technische Maßgabe" zum Schutz vor Ablagerungen in Behältern und Rohrleitungen, die damit zur Vermeidung aufwendiger Reinigungsmaßnahmen dient.